Dilute-Gen: Farbverdünnung

Dilute-Gen: Farbverdünnung
Silken-Windsprite-D-Lokus-farbverduennung-wildfarben-vergleich
links vollfarbig, rechts farbverdünnt

Das Dilute-Gen (engl. dilute „verdünnen“, „verwässern“) ist verantwortlich für die Intensität der Fellfarbe und kann eine Aufhellung hervorrufen.

Wegen des rezessiven Erbgangs der Farbverdünnung kommt es nur zur Ausprägung, wenn beide Kopien des Gens in der veränderten Form d vorliegen (Genotyp d/d).

Die verdünnte Farbe entsteht, weil die Pigmentkörner in Haar und Haut verklumpen und ungleichmäßig verteilt werden.  Durch die geringere Konzentration an Pigmentkörnern fühlt sich das Fell weicher und zarter an, als unverdünntes Fell.

Davon betroffen sind sowohl schwarzes Fell (Eumelanin), als auch rotes Fell (Phäomelanin).
Der Effekt auf schwarzes Fell ist jedoch deutlich ausgeprägter. Bei sehr hellem Fell ist die Farbverdünnung nicht leicht zu erkennen, wie man in der Fellfarben-Übersicht sieht. Ein Anhaltspunkt kann jedoch die Farbe der Augen und Lidränder und der Nase sein.

Silken Windsprite Farben Black / Schwarz und Dilute Blue / Blau
Silken Windsprite Farben Black / Schwarz und Dilute Blue / Blau
Silken Windsprite Farben Red / Rot und Dilute Bluefawn
Silken Windsprite Farben Red / Rot und Dilute Bluefawn

Vererbung

Drei Genotypen sind möglich:

  • D / D – normal, unverdünnte Farbe, wird nie farbverdünnte Nachkommen hervorbringen
  • D / d – Anlagenträger, phänotypisch (im Erscheinungsbild) nicht von D / D zu unterscheiden.
    Die Anlage für die Farbverdünnung wird mit einer 50%igen Wahrscheinlichkeit an die Nachkommen vererbt.
  • d / d – verdünnte Farbe. Die Anlage für die Farbverdünnung wird mit einer 100%igen Wahrscheinlichkeit an die Nachkommen vererbt.

Der Erbgang ist autosomal-rezessiv, d.h. die Farbverdünnung entsteht nur, wenn beide Kopien des Gens in der veränderten Form d vorliegen.

Genotyp des Rüden Genotyp der Hündin
(D/D) normal (D/d) Anlagenträger (d/d) farbverdünnt
(D/D) normal
100% (D/D) 50% (D/D)
50% (D/d)
100% (D/d)
(D/d) Anlagenträger
50% (D/D)
50% (D/d)
25% (D/D)
50% (D/d)
25% (d/d)
50% (D/d)
50% (d/d)
(d/d) farbverdünnt
100% (D/d) 50% (D/d)
50% (d/d)
100% (d/d)

Galerie: Farbverdünnte Silken Windsprites

Particolor bluefawn brindle, blue, particolor bluefawn, bluefawn / mask und blue saddle.

Gesundheit

Wenn die verklumpten Pigmentkörner so groß werden, dass sie den Haarschaft instabil und zerbrechlich machen, kommt es zu einer Farbmutantenalopezie (Color Dilution Alopecia - CDA), auch als Blue Doberman Syndrome bekannt.

Nicht jeder farbverdünnte Hund erkrankt an CDA!
Vermutlich gibt es weitere genetische Faktoren, die teils mit dem Genotyp d/d verknüpft sind. So gehört die verdünnte Farbe beim Weimaraner zum Rassestandard, während sie beim Dobermann tierschutzrelevant ist.

Beim Silken Windsprites sind weltweit eine handvoll Fälle mit sehr leichten Symptomen bekannt.

Beim Welpen ist der Fellwuchs noch normal, doch im Erwachsenenalter kann es zu verschiedenen Symptomen kommen:

  • Haarverlust besonders an den Ohren, Flanken und Gliedmassen
  • trockene, rissige und schuppige Haut
  • fehlendes Deckhaar
  • bakterielle Hautentzündungen und Ekzeme
  • Immunschwäsche

Die Diagnose wird durch eine mikroskopische Untersuchung von Haar- und Hautproben gestellt. Die CDA ist nicht heilbar, kann aber mit medizinischen Shampoos und Feuchtigkeitscremes behandelt werden.

Quellen: Biofocus, Laboklin, DermaVet, Universität Bern

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2 Kommentare

  • Bezüglich CDA gibt es beim Windsprite keinerlei Handlungsbedarf. Es sind nur eine handvoll Fälle mit leichtem Haarausfall bekannt. Diese Hunde sollen und sind nicht in der Zucht.
    Das Risiko für einen farbverdünnten Hund an CDA zu erkranken ist sehr gering.
    Es macht keinen Sinn die Windsprite-Population deswegen einzuschränken, zumal auch wildfarbene (D/d) Elterntiere farbverdünnte Welpen hervorbringen können.
    CDA ist bei vielen Rassen bekannt, wie auch beim Whippet.

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