Eindrücke einer Körveranstaltung

Eindrücke einer Körveranstaltung

Kürzlich waren wir in Duisburg-Erkrath zur Körveranstaltung des DWZRV. Auf dem Plan stand je ein Verhaltenstest und eine Formwertbeurteilung. Da die Kamera zuhause blieb, sind in diesem Beitrag nur Symbolfotos zu sehen.

Ich hatte vorab keine wirkliche Vorstellung davon, was uns erwarten würde. Wie genau sollte sich der Hund beim Verhaltenstest benehmen? Würde Calisto zu wild und quirlig, Merlin zu schüchtern wirken? Waren hier überhaupt schon Hunde durchgefallen? Was, wenn der Verhaltensbeurteiler oder Richter keine Silken Windsprites mag? Solche Erfahrungen haben wir ja leider schon machen müssen.

Letztendlich war ich dann nur froh, überhaupt starten zu können, denn Calistos Hundepass kam gerade rechtzeitig am Tag vor der Veranstaltung. Kurz vor Beginn um 11 Uhr war ich mit Merlin und Calisto auf dem Gelände der Rennbahn in Erkrath angekommen. Vor Ort trafen wir Freunde und Bekannte, denn es waren insgesamt 9 Silken Windsprites angemeldet.
Auf einer Liste war die Reihenfolge der Hunde für die Verhaltensbeurteilung festgelegt und die Windsprites waren zuletzt dran. Also hieß es erstmal warten, warten, warten.

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In dieser Zeit konnten wir die Verhaltensbeurteilung gut beobachten. Die Hunde wurden mit ganz normalen Halsbändern und Leinen im Ring geführt. Zunächst wurde der Chip ausgelesen und so die Identität geprüft. Dann war Zahltag: 50 Euro pro Hund.

Die Verhaltensbeurteilerin erklärte jedem Teilnehmer geduldig den Ablauf. Die Atmosphäre war sehr entspannt.
Zuerst kam der Begrüßungssubtest, hier laufen Beurteilerin und Hundeführer mit Hund gerade aufeinander zu, begrüßen sich und wechseln ein paar Worte. Beim Laufsubtest laufen Hundeführer und Hund in normalem Tempo kreuz und quer durch den Ring und die Beurteilerin "sucht sich ihren Weg", läuft einmal dicht neben oder hinter dem Hund oder kreuzt den Weg. Der Hund wurde dabei locker an der Leine geführt und durfte auch im Ring schnuffeln oder an der Leine ziehen.

Zum Gruppensubtest versammeln sich 6 zusätzliche Personen im Ring und laufen in einer Art Wolke kreuz und quer. Der Hundeführer läuft einmal diagonal durch die Gruppe und dann im Kreis um eine Person herum, wobei der Hund mal außen und mal in der Mitte läuft. Beim Berührsubtest sucht die Beurteilerin die Annäherung zum Hund, lässt sich beschnuppern und streichelt ihn an der Schulter. Schön war hier zu sehen, dass die Beurteilerin sich sehr gut auf den Hund einstellt und stets freundlich und entspannt ist.

Während des Zahnsubtest sollte der Hundeführer den Zahnstand des Hundes zeigen. Dies sollte nicht der Beurteilung der Zähne ansich dienen, sondern zeigen wie der Hund mit dieser "Dominanzgeste" umgeht. Zuletzt folgte der Zweithundsubtest. Hundeführer und Hund sollten an einem anderen Hundeführer mit gegengeschlechtlichem, bereits verhaltensgeprüften, Hund vorbeigehen. Die Hunde durften sich ignorieren oder aber auch stehen bleiben und sich gegenseitig beschnuppern.

Insgesamt dauerte dieser Test vielleicht 5 Minuten und war für keinen der anwesenden Windsprites eine Herausforderung.

Silken-Windsprite-Show-2014-06-118 Anschließend folgte die Formwertbeurteilung. Sie ist ähnlich dem regulären Ausstellen, allerdings deutlich ausführlicher und gründlicher sowie ohne Benotung.

Zuerst standen die Hunde auf einem großen Tisch und liesen sich geduldig betasten. Die Richterin lies sich viel Zeit und erklärte ihre Ausführungen und Einschätzungen auch gegenüber dem Hundebesitzer. Eine tolle Möglichkeit für jedermann noch etwas zu lernen und das Auge zu schulen.

Auf einer zweiseitigen Liste wurden alle Einzelheiten des Rassestandard beurteilt. Gesamteindruck, Kopf, Ohren, Hinterhand, Gangwerk und vieles mehr. Die Richterin hätte sich sogar noch etwas mehr Platz für ihre Ausführungen gewünscht.

Auch der Zahnstand wurde sehr genau begutachtet. Die Richterin selbst prüfte zunächst den Zahnschluss, öffnete dann das Hundemaul und schob die Zunge zur Seite, um auch die hintersten Zähne sehen zu können. Keine besonders angenehme Prozedur für den Hund. Merlin und Carl ließen diese besondere Behandlung mit absoluter Gelassenheit und ohne zu würgen über sich ergehen. Brave Jungs!

Anschließend folgte noch ein kurzer Lauf, einmal im Kreis herum, einmal gerade von der Richterin weg und zurück - fertig. Die vor Ort gemessene Größe und der Zahnstand wurden direkt in den Hundepass eingetragen und auch das Ergebnis der Formwertbeurteilung, BESTANDEN, wurde mitgeteilt.

Dann hieß es wieder warten bis die Unterlagen, 3 Blatt Papier, zur Abholung bereit waren. Gegen 18 Uhr traten wir die Heimreise an.

web_2013-09-289 IMG 1320_beaMein Fazit: Ein Hund, auch ein Windhund, der in diesem einfachen Verhaltenstest deutliche Wesensmängel zeigt, gehört wirklich nicht in die Zucht. Die Formwert-Beurteilung hat nichts mit einer einfachen Phänotyp-Beurteilung zu tun (wir haben schließlich beides schon gemacht), sondern ist eine sehr ausführliche Bewertung des Hundes und taugt gut für eine Zuchtempfehlung. Prinzipiell finde ich eine Körveranstaltung bzw. Zuchtzulassungsprüfung sehr sinnvoll.

Allerdings waren, zumindest an diesem Tag, die Beurteilung der Zähne und die Messungen mit dem Körmaß sehr ungenau. So musste die Richterin darauf hingewiesen werden, dass ein Hund nicht (wie von ihr zuvor bescheinigt) vollzahnig sein. Und auch für die passende Messung brauchte es bei mehreren Hunden zwei oder drei Anläufe.

Meine vorherigen Bedenken waren glücklicherweise unbegründet. Die Silken Windsprites erfuhren eine große Akzeptanz und wurden sehr freundlich aufgenommen.

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