Hundefutter aus China: Was Du über Kauknochen für Hunde unbedingt wissen solltest

Hundefutter aus China: Was Du über Kauknochen für Hunde unbedingt wissen solltest

Hunde lieben sie und viele bekommen sie täglich: Kauartikel aus getrockneten Hühnerbruststreifen, gerollte Stagen oder gepresste Kauknochen aus Rinderhaut. Sie stillen das Kaubedürfnis des Hundes, helfen ihm dadurch zu entspannen, dienen als Super-Leckerli zwischendurch und können zur Zahnreinigung beitragen.

Doch hin und wieder tauchen in Foren und sozialen Netzwerken Warnung auf, bestimmte Kauknochen würden Hunde krank machen. Dabei wird stets explizit gewarnt vor Produkten aus China. Die seien alle mit gefährlichen Chemikalien versetzt und giftig für Hunde.

Wo kommen die Kauknochen her?

Also möchte ich genau wissen, was für Produkte das sind und wie man sie erkennen kann. Schließlich will niemand seinen Hund einer solchen Gefahr aussetzen.

Und woher kommen eigentlich die Rinderhautstangen und Entenbruststreifen, die meine Hunde regelmäßig bekommen? Auf der Verpackung finde ich keinen Hinweis auf das Herkunftsland und auch im Zooladen werde ich nicht fündig.

Also schreibe ich E-Mails an alle Marken, die ich kenne und von denen ich bereits Kauknochen gekauft habe. Ich muss nicht lange auf Antworten warten: Fast alle schreiben sehr schnell zurück und geben bereitwillig Auskunft über die Herstellungsbedingungen ihrer Produkte.

Die Herkunft: Fast ausnahmslos Fernost. China, Thailand, Indien, teilweise auch Ost-Europa.

In Deutschland lassen die großen Marken jedenfalls nicht produzieren. Rinderhautrollen made in Germany? Gibt es überhaupt nicht.

Nicht nur No-Name-Ware und bunt gefärbte Stangen aus der Grabbelkiste, sondern auch Markenprodukte aus dem Fachhandel, werden in China produziert.

Die Werkstatt der Welt: China

Wieviele Produkte aus China oder anderen asiatischen Niedriglohnländern kommen, kann einen wirklich schockieren, wenn man sich vorher nie Gedanken darüber gemacht hat.

Smartphones, Fernseher, Computer, Kameras – klar werden die alle in Asien hergestellt. Aber auch ein Großteil an Kleidung, Schuhen und ⅔ des Spielzeugs aus deutschen Kinderzimmern. Ebenso Lebensmittel, wie Honig oder Obst und Gemüse, ob aus der Tiefkühlung und in Dosen oder als Rohware für verarbeitete Mahlzeiten. Auch sehr viel Hundezubehör, wie Spielzeug, Bürsten, Halsbänder oder die liebsten Kuschelbetten meiner Hunde kommen im Containerschiff aus einer chinesischen Fabrik.

Würdest Du alle Produkte aus Deinem Haushalt verbannen, die komplett oder teilweise in China hergestellt wurden, wäre Dein Haus vermutlich ziemlich leer.

Warum sollte man also gerade vor Kauartikeln für Hunde aus China Halt machen?

Ein offenes Geheimnis

Doch so offen die Unternehmen auch auf meine Nachfrage reagieren, auf den Verpackungen steht in der Regel kein Hinweis auf „made in China“ oder „made in PRC“ (= People’s Republic of China). Eine Kennzeichnungspflicht besteht nämlich nicht.

Anders sieht es aus, wenn das Produkt in Deutschland hergestellt wurde. Den Hinweis „Hergestellt in Deutschland“ habe ich auf einer Verpackung gleich dreimal gefunden. Denn das soll dem Käufer Qualität vermitteln und ist daher für den Hersteller eine wichtige Werbebotschaft, die er nicht mal eben so unter den Tisch fallen lässt.

Hundefutter made in China

„Made in China“ dagegen ist für die meisten Käufer kein Qualitätsmerkmal, sondern bereitet eher ein flaues Gefühl. Doch die Annahme, dass aus China nur minderwertige Ware kommt und aus Deutschland nur hochwertige Produkte, stimmt nicht.

Denn Lebensmittelskandale und Verunreinigungen sind kein chinesisches Patent. Wir erinnern uns an Dioxin und Fipronil in Fleisch und Eiern, Frostschutzmitteln im Wein, Gammelfleisch- und Käse, Antibiotika- und Hormonverseuchtes Fleisch, Nitrofen in Öko-Getreide, EHEC, Pferdefleisch, Salmonellen oder der Schwindel mit Bio-Etiketten.

Auch beim Hundefutter sind Produktrückrufe aufgrund Verunreinigungen wie Plastikteilen in der Dose oder Blei-belastetem Wildfleisch keine Seltenheit.

Die Wahrheit ist, dass man die Qualität eines Produktes nicht am Herkunftsland oder Preis ablesen kann. So einfach ist es leider nicht. Teure Markenjeans und solche für 9 Euro kommen häufig aus einer Fabrik und der örtliche Metzger kann sein Fleisch im selben Großhandel kaufen wie der Discounter.

Ob ein Produkt nun qualitativ hochwertig ist, hängt jedenfalls nicht in erster Linie vom Herkunftsland ab, sondern von jeder einzelnen Firma, die unter ihrem Namen herstellen lässt. Es liegt an ihnen, Standards und Rahmenbedingungen für die Produktion festzulegen, zu kontrollieren und die fertigen Produkte zu prüfen – in Deutschland genauso wie in Fernost.

Denn letztendlich gelten für alle Produkte, die in Deutschland auf den Markt kommen, die gleichen gesetzlichen Bestimmungen, unabhängig davon, ob sie aus China kommen oder aus einem deutschen Familienbetrieb.

Gesundheitsgefahr für den Hund durch Kausnacks

Dennoch sollten Snacks, wie Kaurollen, getrocknete Fleischstreifen oder auch Rinderohren, mit Bedacht und nur unter Aufsicht verfüttert werden, damit sie nicht zur Gesundheitsgefahr für den Hund werden.

Viele der Snacks haben von Natur aus einen hohen Proteingehalt von bis zu 70%, was bei zu häufiger Fütterung die Nieren belasten kann. Durch  hastig verschlungene größere Stücke besteht die Gefahr, dass sich der Hund verschluckt oder die matschig gekaute Rinderhaut am Gaumen oder im Rachen hängen bleibt und die Luftröhre verschließt. Bei empfindlichen Hunden oder großen Mengen können sie außerdem zu Verdauungsproblemen führen.

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2 Kommentatoren
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Lilli

Nun, ich würde auf gar KEINEN Fall Hundekauartikel aus China, bzw. Fernost, kaufen – schon allein wegen der Bedenken eines Kannibalismus. Es ist hinreichend bekannt, das in China alle möglichen Tierarten, insbesondere auch Hunde und Katzen, unter grausamen Bedingungen (ja, ich weiss, auch europ. Schlachtvieh wird viel zu oft nicht artgerecht gehalten, deshalb verzichtet unsere Familie überwiegend auf tierische Produkte) gehalten und geschlachtet.
Es ist auch bekannt, das in China Produkte mit Zusatzstoffen, Chemikalien (?) etc. behandelt werden, welche in der EU verboten sind. Es werden ja auch immer noch „KUNSTFELLE“ aus China geliefert, die in Wahrheit aus ECHTEM Hunde-, Kaninchen-, oderoder Tierfell hergestellt werden, aber als Kunstfell deklariert. WER weiss dann schon, WAS genau in diesen merkwürdigen MIX-KauKnabberteilen verarbeitet wurde?
Was drauf steht, muss nicht drin sein?
Zumindest meine Hunde bekommen solches Zeug nicht zu fressen….

Monika Krahl

Top!!!
Vier 4 Jahren habe ich mir mal die Mühe gemacht und alle Hersteller angerufen. Ich bin damals aus allen Wolken gefallen. Nichts, aber auch gar nichts blieb für meinen Allergikerhund übrig.
Also hab ich mir einen Dörrautomat gekauft und trockne selber.
Erschreckend wie viel tolle Werbung ausmacht und alle glauben sie geben nur das beste.