Der Aufreger: Zoo Zajak, das größte Zoogeschäft der Welt mit Sitz in Duisburg, hatte diese Woche mehrere Silken Windsprite Welpen im Angebot.
Auf Facebook machten wackelige Handyfotos die Runde. Darauf zu sehen waren drei plüschige Welpen im Glaskasten, davor ein Schild mit der Überschrift “Silken Windsprite” und einer kurzen Rassebeschreibung.

Für Rassekenner und aufmerksame Beobachter war sofort klar woher diese Welpen stammen. Die seltene Farbkombination macht die Identifikation einfach. Denn die Welpen waren vorab schon in Kleinanzeigenportalen angeboten worden:

In liebevolle Hände abzugeben. […] Sie wachsen liebevoll umsorgt bei uns im Haus auf. […] Der Preis ist nicht so entscheidend, sondern vielmehr ein gutes Zuhause.

Sieben Welpen, geboren Ende November, die meisten blue saddle mit weißen Abzeichen, einer blau und ein Extremschecke. Dass dies Mischlinge sind seit mehreren Generationen, die mit reinrassigen Windsprites nicht mehr all zu viel zu tun haben, das hat der Verkäufer in seiner Kleinanzeige verschwiegen – scheinbar auch gegenüber Zoo Zajac.

Was treibt jemanden dazu kleine Hundebabys auf die Welt zu bringen um sie dann in einem Zoogeschäft in Glaskästen zurückzulassen, auf dass Hinz und Kunz sie kauft? In diesem Fall kann man Überforderung bei der Aufzucht und Vermittlung ausschließen – denn der Verkäufer ist nicht neu in diesem Geschäft. Das große Geld wird es wohl auch nicht gegeben haben, denn Zajac will doch auch noch verdienen.

Was also dann? Anonymität?
Nicht mehr ein Hundeleben verantwortlich sein für die Lebewesen, die man auf die Welt gebracht hat?
Nicht den neuen Besitzern Rede und Antwort stehen müssen, wenn das neue Familienmitglied schwer verhaltensauffällig ist, sich Erbkrankheiten zeigen oder der „reinrassige Silken Windsprite“ ausgewachsen doch eher aussieht wie ein Australian Shepherd oder Barsoi?

Ich frage mich bei diesen Welpen auch, was der Besitzer des Rüden dazu zu sagen hätte..  Für mich als Deckrüdenhalter wäre es unerträglich, die Nachkommen meiner geliebten Hunde, kleine Merlins oder Calistos, in dieser furchtbaren Lage zu wissen. Hoffentlich lernt wenigstens dieser Mensch, dass man seinen Rüden nicht jedem x-beliebigen „zur Verfügung“ stellen sollte.

Bitte kauft nie einen Hund aus Mitleid! Dadurch werden nur die Vermehrer in ihrem Handeln bestärkt. Das Elend für die Welpen und Zuchthunde geht weiter.


Ladenverkauf von Hundewelpen

Der Handel mit Hundewelpen im Zoogeschäft ist in Deutschland nicht verboten. Doch die Branche hat sich eine Selbstverpflichtung auferlegt, keine Welpen zu verkaufen – mit Ausnahme von Zajac.

Die putzigen Welpen sollen Kunden ins Geschäft locken. Spontan und unüberlegt werden Welpen von Menschen gekauft, die sich sonst vielleicht nie einen Hund gekauft hätten. Schlicht, weil die niedlichen Welpen so süß aussehen oder in ihren Zwingern so traurig schauen.
Hundewelpen benötigen in ihrer wichtigen Prägephase Familienanschluss, ein geregeltes Umfeld und viel Zuwendung. Durch die Zwischenlagerung im Zoogeschäft sind erhebliche Verhaltensprobleme vorprogrammiert. Solche Hunde werden schnell zu Dauergästen im Tierheim.

Wie gefällt dir dieser Artikel?

1 Stern = Schlecht2 Sterne = Mittelmäßig3 Sterne = Gut4 Sterne = Sehr gut5 Sterne = Ausgezeichnet (17 Bewertungen, Ø 4,50 von 5)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*