5 Gründe, warum Dein Hund sein Futter nicht frisst - und was Du gegen Mäkeln tun kannst


5 Gründe, warum Dein Hund sein Futter nicht frisst – und was Du gegen das Mäkeln tun kannst

5 Gründe, warum Dein Hund sein Futter nicht frisst – und was Du gegen das Mäkeln tun kannst

In einer nicht-repräsentativen Umfrage auf meiner Facebook-Seite haben 60 % der Teilnehmer angegeben, dass ihr Silken Windsprite „eher mäkelig“ ist. Diese Hunde lassen häufig mal was im Napf liegen oder Mahlzeiten komplett ausfallen. Manche muss man regelrecht dazu überreden, regelmäßig zu essen. Früher hätte ich Merlin auch zu den absolut mäkeligen gezählt.

Trotz verschiedener Sorten Futter und diverser Zutaten zum „verfeinern“ wie Quark und Leberwurst, nahm er sein Futter kaum ein paar Tage mit Begeisterung. Und die Quittung kam bald in Form von etlichen Verdauungsproblemen.

Kommt Dir das bekannt vor? Erfahre hier 5 häufige Gründe, warum Dein Hund sein Futter gar nicht, oder nicht komplett frisst – und was Du dagegen kannst.

1. Grund: Das Futter selbst

Okay, wenn Dein Hund die ersten 2 oder 3 Tage mit Begeisterung das neue Futter annimmt, dann kann es so schlecht nicht schmecken. Doch auch, wenn Dein Hund sein neues Futter prinzipiell mag, gibt es ein paar Dinge zu beachten:

Überprüfe die Futtermenge. Oft ist die Fütterungsempfehlung auf der Verpackung zu üppig bemessen. So kann es schnell passieren, dass sich Dein Hund beim Abendessen papp satt isst und deswegen am Morgen noch keinen Hunger hat. Reduziere die Futtermenge schrittweise und überprüfe ganz genau, ob sich Gewicht, Statur und Allgemeinbefinden Deines Hundes verändern. Möglicherweise wird Dein Hund auch etwas aktiver, weil er nicht mehr so sehr mit der  Verdauung und dem Völlegefühl beschäftigt ist. Auch zusätzliche Leckerlis und Kauartikel können den Appetit durcheinander bringen.
Beim Silken Windsprite gilt wie bei anderen Hunden auch der Grundsatz: Man sollte die Rippen nicht sehen, aber mit leichtem Händedruck ertasten können.

Speziell bei Trockenfutter ist auch die Lagerung ein Faktor, der Deinem Hund den Appetit verderben kann. Manche Futtercontainer aus Plastik dünsten Gerüche aus und verändern so den Geschmack des Futters. Aber auch ältere Futterreste im Container können das neue Hundefutter verunreinigen.

Liegt Deinem Hund sein neues Futter nach der Mahlzeit schwer im Magen und verursacht ihm Bauchgrummeln und Unwohlsein, wird er sich bei der nächsten Mahlzeit zweimal überlegen, ob er es nochmal frisst. Wie beim Menschen auch, verträgt nicht jeder Hund alles und die Symptome müssen nicht immer offensichtlich sein. Kleiner Test fürs Trockenfutter: Nimmt Dein Hund die Bröckchen, wenn Du sie direkt aus der Hand fütterst?

Aber bedenke auch: nicht jeder Hund mag jedes Futter. Auch Hunde haben unterschiedliche  Geschmäcker – während der eine Fisch liebt, macht der andere einen großen Bogen darum. Beäugt Dein Hund die neue Futtersorte schon am ersten Tag skeptisch, wird er es wohl kaum auf Dauer gerne nehmen. Tu ihm und Dir einen Gefallen und kauf etwas anderes.

2. Grund: Der Futternapf

Hundenäpfe gibt es in tausend Variationen. Ob der Napf nun kunterbunt, praktisch zu spülen ist oder besonders toll zu Deiner Einrichtung passt, ist Deinem Hund wahrscheinlich egal. Nicht egal ist manchen Hunden das Material des Hundenapfes. Denn gerade Plastiknäpfe oder solche aus Metall können den Geschmack des Futters beeinflussen.

Sehr sensible Hunde kann es auch verunsichern, wenn der Napf beim Fressen über den Boden rutscht oder weil er mal scheppernd zu Boden gefallen ist. Auch der Standort des Napfes kann ein Grund sein, warum Dein Hund nicht gerne frisst. Ein Standort mit Zugluft, auf rutschigem Boden oder im hektischen Eingangsbereich kann Deinem Hund den Appetit verderben. Sorge dafür, dass er genug Ruhe zum Fressen hat und beobachte, ob es in seinem Verhalten einen Unterschied macht, ob Du als seine wichtige Bezugsperson dann in der Nähe bist oder nicht.

Besonders geeignet sind Näpfe aus Keramik und Porzellan. Durch ihr Eigengewicht rutschen sie weniger, ein Boden aus Gummi sorgt für zusätzliche Stabilität. Der Futternapf für einen Silken Windsprite sollte etwa mittelgroß sein und 600 ml – 1000 ml fassen.

Werbung

3. Grund: Stress

Stress schlägt im wahrsten Sinne des Wortes auf den Magen und ist damit ein häufiger Grund für Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden beim Hund. Schuld daran ist vor allem das vegetative Nervensystem. Bei Stress wird der Körper in Alarmbereitschaft versetzt: Schnell verfügbare Energie wird bereitgestellt, die Atemfrequenz erhöht, das Schmerzempfinden verringert. So kann der Hund im Ernstfall schnell reagieren. Andere Prozesse im Körper werden dafür zurückgestellt, wie etwa die energieaufwendige und langwierige Verdauung. Das passiert beispielsweise auch, wenn Dein Hund Angst vor Gewitter hat oder unter Trennungsangst leidet.

So kann ein Silken Windsprite schon mal das Fressen einstellen, wenn Du ohne ihn in den Urlaub fährst oder ein Umzug ansteht. Aber auch Deine eigene Stimmung oder Unruhe innerhalb der Familie kann bei einem sensiblen Hund zu Appetitlosigkeit führen, genau wie die Erwartungshaltung und Anspannung („hoffentlich frisst er heute!“) gegenüber einem Mäkel-Hund.

Läufige Hündinnen in der Nachbarschaft oder die vielen Eindrücke (und besonders die Gerüche) während einer Hundeveranstaltung können ebenfalls dazu führen, dass Dein Rüde einfach keinen Sinn für sein Futter hat. Bei Hündinnen selbst können um die Zeit der Läufigkeit herum auch Hormone den Appetit verringern.

Wenn absehbar ist, dass Dein Hund in einigen Tagen wieder normal fressen wird, kannst Du ihn während der begrenzten Hungerperioden unterstützen. Vitaminpaste, Elektrolyte, Sirup aus der Ulmenrinde oder Möhrensaft können einer Übersäuerung und Unterzuckerung entgegenwirken. Auch Heilerde kann größere Mengen überschüssiger Magensäure binden und damit Sodbrennen und Übersäuerung lindern.

Werbung

4. Grund: Unwohlsein

Deinem Hund hat aus irgendeinem Grund Magenprobleme, ihm ist übel und er lässt seinen vollen Napf stehen. Die aggressive Magensäure nimmt nun Überhand, beschert Deinem Hund Magengrummeln, Bauchschmerzen und lässt ihn gelbe Gallenflüssigkeit erbrechen. Passiert dies selten, ist es noch kein Grund zur Sorge – denn Hunde erbrechen sehr leicht. Das ist eine natürliche Schutzfunktion des Magens, für den Fall, dass etwas Verdorbenes oder Unverdauliches geschluckt wurde.

Passiert dies jedoch häufiger, kann die aggressive Magensäure auch die Schutzbarriere der Magenschleimhaut angreifen und schädigen. Chronische Verdauungsprobleme können die Folge sein und weitere Erkrankungen begünstigen. Der Darm ist für die Aufnahme lebenswichtiger Nährstoffen und Vitaminen aus der Nahrung zuständig und Sitz des Immunsystems. Darum ist es wichtig, nicht zu lange Herumzuprobieren, bevor man seinen Hund einem Tierarzt vorstellt.

Symptome für Unwohlsein und Bauchschmerzen sind vielfältig. Darmgeräusche, Gluggern, „Gebetsstellung“ und langes ausgiebiges Strecken, Gras fressen, allgemeine Unruhe, starker Maulgeruch, wechselnder Appetit, übermäßiges Lecken (am Boden, Oberflächen oder an sich selbst) sind wichtige Indikatoren, auf die Du achten solltest.

Morgendliche Appetitlosigkeit und das Erbrechen gelber Gallenflüssigkeit in der Nacht können durch zu lange Abstände zwischen den Mahlzeiten begünstigt werden. Probiere aus, wie es Deinem Hund mit drei Mahlzeiten am Tag geht oder einer kleinen Extra-Portion am späten Abend.

Häufige Futterwechsel können ebenfalls die Verdauung durcheinander bringen und belasten, wie auch ein hoher Proteinanteil im Futter, und zu Durchfall führen. Durchfall und schleimiger, dünnflüssiger Kot können Symptom einer Erkrankung sein, jedoch auch ohne ernsten Hintergrund vorkommen. Als erste Maßnahme sollte der Hund in jedem Fall mindestens 12 bis 48 Stunden keine Nahrung bekommen, damit sich Magen und Darm beruhigen können. Das ist sehr wichtig, denn Allergien und Unverträglichkeiten werden begünstigt, wenn während der Durchfallphase weiterhin gefüttert wird. Während die Darmschleimhaut durchlässig ist, können Futterbestandteile in den Blutkreislauf gelangen, wodurch sie vom Organismus als Allergene eingestuft werden. Bessert sich der Durchfall nach einem bis zwei Tagen, kannst Du anfangen, Deinem Hund in sehr kleinen Portionen, über den Tag verteilt, Schonkost zu füttern. Gekochtes Hühnchen mit matschigem Reis und Karotten sind die Klassiker, aber es gibt auch Fertigfutter beim Tierarzt. Bei extrem wässrigem Durchfall, weiteren Krankheitssymptomen sowie bei Welpen oder kranken Hunden muss auf jeden Fall ein Tierarzt aufgesucht werden. Bei Durchfall besteht die Gefahr der Austrocknung, die Gabe von Elektrolyten und einem Schutz gegen Übersäuerung ist ratsam.

Saisonale Faktoren können Deinem Hund ebenfalls Unwohlsein bereiten, wie im Winter, wenn er Schnee gefressen hat, oder im Sommer bedingt durch die hohen Temperaturen. Von Hundeeis und gefrorenen Kongs solltest Du besser Abstand nehmen, wenn Dein Hund generell etwas magenempfindlich ist. Genau wie Schnee kann auch Hundeeis die Magenschleimhaut reizen.

In manchen Hundeforen wird verzweifelten Hundebesitzern geraten „hart zu bleiben“ und kein anderes Futter anzubieten, weil der Hund es nur darauf absehen würde, ein besseres Futter oder Leckerlis angeboten zu bekommen. „Vor einem vollen Napf ist noch kein Hund verhungert“ stimmt wahrscheinlich, doch eine längere Fastenperiode führt (wenn man nichts dagegen unternimmt) beim Hund, wie auch beim Menschen, zu Unterzuckerung und Übersäuerung des Magens. Die Übersäuerung kann nicht nur das Erbrechen von Gallenflüssigkeit auslösen, sondern auch die Magenschleimhaut reizen und in der Folge zu ernsthaften Erkrankungen führen. Alles nicht gerade Dinge, die einen sensiblen Fresser zum Napfputzer machen. Ob Hunde generell Sinn für Machtkämpfe und Psycho-Spielchen mit ihren Besitzern haben, wage ich zu bezweifeln. Richtiger Hunger bereitet körperliche Schmerzen, die sich kaum ein gesunder Hund freiwillig zufügen würde.

Für magensensible Hunde

Deinen magensensiblen Hund kannst Du wunderbar mit einem selbst hergestellten Sirup aus Ulmenrinde unterstützen. Dafür eignet sich das AniForte Ulmenrinde Pulver, denn es kann bei einem übersäuerten und überreizten Magen schnell eine Linderung herbeiführen, die Magensäure regulieren, die Schleimhäute schützen und versorgt Deinen Hund zudem mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen. Zusammensetzung: 100 % Ulmenrinde, getrocknet und gemahlen.

Zur Regulierung der Verdauung beim Hund haben wir gute Erfahrungen gemacht mit Alfavet DiaTab. Die Kautabletten werden sehr gerne angenommen und haben einen positiven Effekt auf die Darmflora. Die enthaltenen Pectine können die Schleimhaut schützen und durch ihre präbiotische Wirkung das Wachstum erwünschter Darmbakterien fördern. Bentonit kann Giftstoffe und Krankheitserreger binden und dadurch unschädlich machen. Durch den hohen Elektrolytgehalt wird der Hund mit lebensnotwendigen Mineralstoffen versorgt.

Werbung

5. Grund: Nährstoffbedarf

Inzwischen habe ich auch von einer Theorie zur Mäkeligkeit gehört, die erstmal ziemlich esoterisch erscheint, bei näherer Betrachtung aber durchaus Sinn macht. Dabei geht man davon aus, dass der Hund instinktiv ganz genau weiß, welche Nährstoffe er benötigt. Darum fressen einige Hunde zum Beispiel Kot oder Gras, wenn sie unter einem bestimmten Nährstoffmangel leiden.
Und so ist es auch mit Fertigfutter. Wenn das nämlich in einem bestimmten Bereich über dem Bedarf des Hundes dosiert ist, stellt der das Fressen ein, sobald sein Bedarf ausreichend gedeckt bzw. überschritten ist. Dann kommt das nächste Fertigfutter oder die nächste selbst-zubereitete Mahlzeit und wird solange gerne angenommen, bis wieder der Bedarf an einem bestimmten Nährstoff gedeckt bzw. überdosiert ist. Hier gilt es, ein Futter zu finden das bestmöglich auf den persönlichen Nährstoffbedarf Deines Hundes zugeschnitten ist.

Wann zum Tierarzt bei Appetitlosigkeit?

Im Zweifel gilt, lieber einmal zu viel zum Tierarzt, als einmal zu wenig.
Gerade wenn Dein Hund neben dem Mäkeln Krankheitssymptome zeigt wie verschlechtertes Allgemeinbefinden, Erbrechen, Durchfall, blasse Schleimhäute, einen verhärteten oder aufgeblähten Bauch, solltest Du unbedingt mit ihm zum Tierarzt gehen
.

Unsere persönliche Mäkel-Geschichte

Dieser ganze lange Artikel zum Thema Futter und Mäkeln beim Hund kommt nicht von ungefähr. Denn als Merlin mit 8 Monaten zu mir kam, mochte er sein mitgebrachtes Futter gerade 3 Tage lang. Laut Tierarzt war er gesund, doch in den folgenden Monaten türmten sich hier die verschiedenen Trockenfutter-Tüten, Nassfutter-Dosen und diverse Zutaten zum „verfeinern“ wie Quark und Leberwurst. Die Quittung kam mit einer schlechten Verdauung, Durchfall und weiteren Tierarzt-Besuchen. Mir war damals auch überhaupt nicht bewusst, wie wichtig es ist bei Verdauungsproblemen zunächst das Futter wegzulassen, dem Magen eine Auszeit zu gönnen und erst dann wieder kleine Portionen zu füttern.

Es hat eine Weile gedauert, bis sich alles normalisiert hatte. Doch aus dieser Geschichte habe ich einiges gelernt und das passiert mir nicht wieder. Merlin und Calisto bekommen seit Jahren dieselbe Sorte Trockenfutter, die sie immer noch sehr gerne mögen, auch als Leckerli zwischendurch, und auch Cooper bekommt dieses Futter. Ab und an eine Dose Nassfutter, verschiedene Kekse, Kauartikel, Zusätze und vieles mehr, aber hauptsächlich dieses Trockenfutter. Wenn sie sich nicht gerade einen Magen-Darm-Infekt einfangen, geht es ihrer Verdauung bestens.

Natürlich gibt es auch Tage, an denen sie mal was im Napf lassen. Wenn es sehr warm ist zum Beispiel, wenn ich es mit der Menge übertrieben habe oder kurz nach einem sehr langen Spaziergang. Und bei einem tollen Hunde-Wochenende wie in Alsfeld bräuchte ich überhaupt kein Futter mitzunehmen, da haben die Jungs nämlich sowieso nur Sinn für „Mädels, Mädels und Mädels“ 🙂


Dieser Beitrag enthält Produkt-Empfehlungen mit Affiliate Links und ist deswegen als "Werbung" gekennzeichnet. Bei einem Kauf über einen Affiliate Link erhalte ich eine kleine Provision. Der Kaufpreis selbst verändert sich für Dich dadurch nicht, es ist lediglich eine kleine Wertschätzung für meine Arbeit und hilft mir diesen Blog zu betreiben.

Wie gefällt dir diese Seite?

1 Stern = Schlecht2 Sterne = Mittelmäßig3 Sterne = Gut4 Sterne = Sehr gut5 Sterne = Ausgezeichnet (16 Bewertungen, Ø 4,75 von 5)
Loading...
Um Missbrauch vorzubeugen wird beim Absenden einer Bewertung („Rating“) die IP-Adresse übermittelt. Weitere Informationen dazu in der Datenschutzerklärung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.