Silken Windsprite oder Langhaar Whippet?

Silken Windsprite oder Langhaar Whippet?

Was ist der Unterschied zwischen Silken Windsprite und Langhaar Whippet?
Wie heißt die Rasse und was hat es mit den verschiedenen Namen auf sich?

Jeder, wirklich jeder, der sich etwas näher über die Rasse informiert, stellt sich irgendwann diese Fragen – sind das alles Namen für die gleichen Hunde, oder sind das gar verschiedene Rassen? Um die Verwirrung zu lösen und ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen, muss man allerdings etwas weiter ausholen.

Wenn Du gerade nicht so viel lesen magst, kannst Du gleich zum abschließenden Fazit am Ende springen.

Die Anfänge einer neuen Rasse

Der erste Züchter und Gründer der Rasse ist der Whippet-Züchter Walter A. Wheeler Jr. (*1924 – † 2013). Er gründete im Jahr 1958 seine Zuchtstätte mit dem Namen Windsprite. Zunächst züchtete er innerhalb des American Whippet Club klassische, natürlich kurzhaarige Whippets. In den 1970ern jedoch traten bei seinen Windhunden vermehrt lange Haare auf. Im Jahr 1981 präsentierte er seine kleinen langhaarigen Windhunde der Öffentlichkeit. Wheeler behauptete ein seltenes Langhaar-Gen aus der Entstehungsgeschichte des Whippets wiederentdeckt und durch gezielte Zucht gefestigt zu haben.

The #1 Silken Windsprite for 1987

Vorwürfe, er habe seine Whippets mit Shelties oder kleinen Barsois verpaart, wies er energisch zurück. Wheeler bestand stets darauf und betonte immer wieder, dass seine Hunde reinrassige Langhaar Whippets (Longhaired Whippets) seien und eine neue Varietät gegenüber den kurzhaarigen darstellten.

In der Whippet-Welt führte dieser Umstand zu einem unvorstellbar großen Aufruhr, denn selbst langjährige Whippet-Züchter, Historiker und Genetiker hatten nie zuvor etwas von langhaarigen Whippets gehört, geschweige denn welche gesehen. Sie bezeichneten seine Hunde als Mischlinge und Wheeler selbst als Fälscher der Ahnentafeln und Betrüger. Wheeler wurde aus dem Whippet-Club ausgeschlossen, seine Hunde aus den Zuchtbüchern gelöscht.

Trotz Aufforderung des American Whippet Club seine Hunde nicht länger als “Whippets” zu bezeichnen, blieb Wheeler dabei. Er war der Meinung, ein anderer Rassename als “Longhaired Whippet” würde bedeuten, die Herkunft der Langhaarigen zu leugnen. Und die Geschichte des Whippets war bereits seine Leidenschaft, lange bevor er sein “Langhaar-Projekt” begann.

Silken coated Windsprite Whippets

Dennoch prägte Wheeler selbst auch einen weiteren Namen. Um seine kurzhaarigen Hunde “Smooth coated Windsprite Whippets” von seinen langhaarigen Hunden “Silken coated Windsprite Whippets” zu unterscheiden, nutzte er den Spitznamen (Nickname) “Silken Windsprite”.

Es ist das weiche, seidige Fell, das bei Züchtern seltener Hunderassen so viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. In der Tat hat diese Eigenschaft zu dem Spitznamen Silken Windsprite geführt.

A Celebration of Rare Breeds Vol. II (1991)

Diverse Anzeigen in alten Hundezeitschriften, die teilweise von Wheeler selbst in Auftrag gegeben wurden, belegen den Namen Silken Windsprite.

Ein eigener Name für eine einzigartige Rasse?

Silken Windsprites sind keine Whippets mit langem Fell. Sie unterscheiden sich stark in Optik und Wesen vom bekannten Whippet. Und sie sind durch Kreuzung mehrerer Rassen entstanden. Das würde heute wohl kaum jemand bestreiten. Darum besinnen sich immer mehr Züchter und Liebhaber auf den neuen-alten Namen SIlken Windsprite. Denn diese einzigartigen Hunde haben einen eigenen Namen verdient, ganz ohne Verwechslungsgefahr, Verwirrungen und böses Blut.

Doch erst seit 2010 werden Ahnentafeln als “Silken Windsprite” ausgegeben. Zunächst vom Silken Windsprite Club und heute vom DWZRV (VDH).

Allerdings gibt es auch Verfechter der Bezeichnung Longhaired Whippet bzw. der deutschen Übersetzung Langhaar Whippet. Diese Züchter und Besitzer beziehen sich auf den Gründer der Rasse, der selbst jeden anderen Rassenamen ablehnte. Auch das ist verständlich.

Silken Windsprite oder Langhaar Whippet?

Denn die Bezeichnung “Whippet” ist ja nun kein geschützter Markenname, genauso wenig wie “Greyhound” – der große, englische Greyhound und der kleine Italian Greyhound (= Italienisches Windspiel), die innerhalb der Windhund-Welt keine weiteren Gemeinsamkeiten als den Namen teilten. (Erst seit 2016 heißen die Windspiele im englischen FCI-Standard “Italian Sighthound”). Auch ein passendes Beispiel ist der Dackel. Genau genommen gibt es 9 Dackel-“Rassen”, die jeweils aus anderen Kreuzungen unterschiedlicher Rassen entstanden sind. Sie werden getrennt gezüchtet, nicht vermischt, und auf Ausstellungen auch getrennt bewertet. Doch alle heißen sie “Dackel”.

Hätte es bereits um 1900 langhaarige Windhunde im Whippet-Typ gegeben, wäre die Entwicklung vermutlich ähnlich wie beim Dackel gewesen. Dann würde man diese langhaarigen Windhunde heute vielleicht ganz selbstverständlich als Varietät des Whippets sehen. Wohl einfach, weil dies die Entstehungszeit der Rassestandards war.

Doch Wheeler kam 80 Jahre zu spät. Der Whippet war lange schon als kurzhaariger Windhund etabliert.

Was würde heute wohl passieren, wenn man Dackel mit Zwergpudeln kreuzen und das Ergebnis als neue Haarvariante des Dackel präsentieren würde? Als Krussel-Dackel neben Kurzhaar, Langhaar und Rauhaar. Ein riesiger Skandal – das würde niemals gut gehen. Es gäbe massive Anfeindungen. Jeder Züchter, Richter und Funktionär würde darauf bestehen, einen anderen Namen als “Dackel” für die neuen Designer-Dogs zu wählen.
Ein bekanntes Szenario, oder?

Interessant zu wissen:

So ähnlich erging es der heute als “Weißer Schweizer Schäferhund” bekannten Hunderasse.
Zunächst wurden sie als “Weisse Deutsche Schäferhunde” bezeichnet. Nach zahlreichen Anfeindungen Deutscher (farbiger) Schäferhundezüchter sollte ein neuer Name her: Weißer Schäferhund oder Amerikanisch Kanadischer Weißer Schäferhund? Erst mit der ersten nationalen Anerkennng wurde ein neuer Name gewählt, der sich schließlich durchsetzte. Auch für die Weißen Schweizer Schäferhunde gibt und gab es mehr als einen Zuchtverein. Vor der Anerkennung sollen es 20 oder sogar noch mehr gewesen sein.

Gibt es Unterschiede zwischen Silken Windsprite und Langhaar Whippet?

Wohl kaum. Man muss nur im Stammbaum 2 oder 3 Generationen zurückgehen und findet dann überall dieselben Vorfahren. Manche Wurfgeschwister werden jeweils als Silken Windsprite oder Langhaar Whippet (LHW) geführt und zur Zucht eingesetzt.

Calisto wird im DWZRV als Silken Windsprite geführt. In seiner Ahnentafel steht “Dlouhosrstý vipet / Silken Windsprite”. “Dlouhosrstý vipet bedeutet auf Deutsch “langhaariger Whippet”. Sein Vater Quincy ist als Silken Windsprite geboren, bekam aber später Ahnentafeln als Longhaired Whippet. Dessen Vater Briarcliffe ist ein Longhaired Whippet aus den USA, der als Silken Windsprite ins Zuchtbuch des SWC übernommen wurde und so weiter. In Calisto´s Impfpass steht als Rasse “Dlouhosrstý Vipet” – ist er deswegen ein tschechischer Langhaar Whippet?

Merlin ist im Januar 2010 geboren. Er und seine Geschwister waren die ersten Welpen, die Ahnentafeln als Silken Windsprites bekamen. Merlin´s Eltern sind in Deutschland geboren, haben aber Papiere vom amerikanischen Verein ILWC als Longhaired Whippet bekommen.

Die perfekte Verwirrung?
Nein. Nicht, wenn man beide Bezeichnungen synonym verwendet. Dackel, Teckel, Dachshund: Im FCI Standard steht Dachshund, beim VDH findet man die Bezeichnungen Dackel und Dachshund und der offizielle Zuchtclub im VDH heißt “Deutscher Teckel Klub”.

Silken Windsprite oder Langhaar Whippet
Zwei Rüden beschnuppern sich: “Bist Du ein Silken Windsprite oder ein Langhaar Whippet?”

Typenvielfalt oder unterschiedliche Rassen?

Man könnte zwar meinen, dass es eine etwas unterschiedliche Typenvielfalt gibt. Doch nach 2 oder 3 Generationen der getrennten Zucht können diese Merkmale unmöglich gefestigt und dauerhaft sein.

In der Zukunft ist es jedoch durchaus möglich, dass zwei unterschiedliche Rassen entstehen.

Eine Definition von Rasse:
„Die Rasse ist eine Gruppe von Individuen, die gemeinsame Merkmale aufweisen, die sie von anderen Vertretern ihrer Spezies unterscheiden, und die durch Vererbung übertragbar sind. Die Spezies entsteht auf natürlichem Wege, wohingegen die Rasse das Ergebnis von Züchtungen im Rahmen der Kynologie darstellt.“
Raymond Triquet: in: Enzyklopädie der Hunde (Royal Canin)

Dazu müsste man also aufhören Hunde aus beiden Lagern miteinander zu verpaaren und außerdem auf spezielle optische Merkmale selektieren. Nach einigen Jahrzehnten und vielen Generationen könnte man möglicherweise von verschiedenen Rassen sprechen.

Wobei der “Langhaar Whippet” sehr wahrscheinlich nie vom VDH als Rasse anerkannt werden würde, aufgrund des Namens. Allerdings definiert natürlich nicht der VDH allein was eine eigenständige Rasse ist und was nicht.

Interessant zu wissen:

Nicht immer entstehen neue Rassen (mit Anerkennung durch FCI und VDH) durch Verpaarung bestehender Rassen miteinander.

So zum Beispiel der Weiße Schweizer Schäferhund (WSS). Es gab (und gibt) beim bekannten Deutschen Schäferhund die Fehlfarbe Weiß. Bereits um 1880 wurden diese Hunde dokumentiert. Nach und nach etablierte sich eine eigenständige Rasse. Die Weißen Schweizer Schäferhunde wurden 2003 von der FCI anerkannt. Wird heute ein Deutscher Schäferhund in der Fehlfarbe Weiß geboren, ist er deswegen natürlich kein WSS. Beide Rassen sind grundverschieden und jegliche Fremdzucht ist verboten.

Oder beim Akita: Bis zum Jahr 2000 gab es die Rasse “Akita Inu”, das sind asiatische Spitze. Innerhalb der Rasse gab es zwei sehr unterschiedliche Zuchttypen, den japanischen und den amerikanischen. Die Rasse wurde durch die FCI aufgeteilt in zwei voneinander völlig unabhängige Rassen: den (japanischen) “Akita” und den “American Akita”. Jede Kreuzung untereinander ist verboten. Alle Hunde der ursprünglichen Rasse sollten einer Phänotypkontrolle unterzogen werden und mit neuen Ahnentafeln jeweils einer der beiden neuen Bezeichnungen zugeordnet werden.

Ist diese Entwicklung erstrebenswert?
Eher nicht.
Im Sinne einer möglichst breiten Zuchtbasis wäre natürlich eine Zusammenarbeit wünschenswert. In der Vergangenheit gab es mehrere Versuche einer Annäherung der Züchter und Vereine. Allerdings beschränken sich die Differenzen nicht alleine auf die Frage um den Rassenamen.

Abgesehen von dem Detail um den Namen gibt es weitere Differenzen, wie unterschiedliche Ansichten bezüglich Zuchtstrategien, Umgang mit den bekannten Gendefekten MDR1 und CEA und vieles mehr.

Silken Windsprite oder Langhaar Whippet?

Außerdem steht der große Vorwurf im Raum, ein Silken Windsprite Rüde, der 2009 und 2010 zur Zucht eingesetzt wurde, sei in Wahrheit ein Mischling. Genau genommen wird behauptet, der Vater des Rüden sei ein Sheltie, Mini-Aussie oder Mix daraus.
Seine Nachkommen werden erfolgreich in Deutschland, der Schweiz und den USA zur Zucht eingesetzt. So erfolgreich, dass sie in beinahe jeder deutschen Zuchstätte eingesetzt wurden, außer bei den Langhaar Whippets.

Tatsächliche Beweise für oder gegen die Mischlings-Theorie gibt es keine. Damals wurden keine obligatorischen DNA-Tests zum Nachweis der Elterntiere gemacht, wie es auch heute noch in den meisten großen Zuchtvereinen üblich ist. Hier wird also niemals die Wahrheit bewiesen werden können, egal wie oft das Thema gedreht und gewendet wird. Dennoch hält sich das Gerücht hartnäckig und wird immer mal wieder aufgewärmt. Das ist auch der Grund, wieso ich es hier überhaupt erwähne.

Als Indiz für die Behauptung, der Rüde sei ein Mischling, wird ein unterschiedlicher Typ und im einzelnen besondere optische Merkmale genannt, die sich von denen anderer Silken Windsprites unterscheiden. Das lässt sich nicht so ganz verleugnen.

Möglicherweise ist dieses unterschiedliche Äußere ein klassischer Fall eines “genetic throwback”, also eines “genetischen Rückwurf”. Dieses Phänomen beschreibt das Wiederauftreten, das sogenannte “Durchmendeln” genetischer Merkmale von einem frühen Vorfahren, die längst verloren geglaubt waren. Das gibt es tatsächlich auch beim Menschen.

Man schaue sich nur mal die ersten, in Europa geborenen, Silken Windsprites an. Gezüchtet in der Schweiz ab 1989 aus reinen Original-Windsprites direkt von Walter Wheeler.
Auch hier findet man erstaunliche und deutliche optische Unterschiede zu den heutigen Silken Windsprites. Niemand käme auf die Idee zu behaupten, es würde sich um Mischlinge handeln.


Fotos: Heinz Germann

 

Interessant zu wissen:

Der Rauhaardackel wird seit 1888 mit Zuchtbuch als eigenständige Rasse gezüchtet. Eine Vermischung der Haarvarietäten gibt es in Deutschland nicht.
Dennoch erstaunlich, dass auch heute noch aus zwei reinrassigen VDH-Rauhaardackeln kurzhaarige Welpen fallen können. Das Fell ist fest und von drahtiger Struktur, aber absolut kurz und ohne Bart und die typsich buschigen Augenbrauen. Außerdem gibt es immer wieder Rauhaardackel mit sehr weichem Fell und Schopfhaar. Beides gilt als Standardfehler.

Das liegt in der Ursprungsgeschichte des Rauhaardackels begründet: Er entstand unter anderem aus Dackeln mit kurzem Fell und Dandie-Dinmont-Terriern, deren Fell eher weich und fusselig ist.

Der Rauhaardackel wird nun also seit 130 Jahren und unzähligen Generationen rein gezüchtet. Dennoch treten bis heute immer wieder Eigenschaften aus den Ursprungsrassen auf. Und das, wo die Haarlänge doch auf einem simplen Erbgang beruht.

Zurück zu dem oben genannten Rüden:

Silken Windsprite oder Langhaar Whippet?

Neben den optischen Auffälligkeiten werden ab und an auch deutliche Wesensunterschiede genannt. Das finde ich wiederum sehr schwierig zu beurteilen, da das sehr subjektiv ist und auch stark von der Erziehung und im besonderen auch von Hundefreundschaften abhängt, da der Silken Windsprite sich gerne Verhaltensmuster “abschaut”.
Und auch innerhalb der Rasse, den oben genannten Rüden außen vor gelassen, gibt es sehr unterschiedliche Charaktere.
Meine drei, miteinander eng verwandten, Windsprites gleichen sich in vielen Wesenszügen: sensibel, anhänglich, aufmerksam, verschmust. Doch jeder für sich ist wieder ganz anders: Einer ruhig und vornehm, eine richtige Diva. Einer wild und extrem verspielt und der dritte könnte genauso gut ebenfalls als Rauhaardackel auf die Welt gekommen sein.

Allerdings gibt es auch optische Merkmale des oben benannten Rüden und seiner Nachkommen, die eindeutig für eine korrekte Abstammung sprechen, wie weiße Abzeichen am Kopf in einer sehr markanten Form:

Eine asymmetrische Blesse, die auffällig häufig in der Familie dieses Rüden vorkommt. Nicht nur bei mehreren Vollgeschwistern seines Vaters (möglicherweise auch bei dessen Whippet-Mutter), ganz leicht bei ihm selbst und in vielen Variationen bei seinen Nachkommen über mehrere Generationen.

 

Ein Blick über den Tellerrand

Amerika

In den USA gab es Jahrzehnte lang zwei Rasseclubs, die ihre Zuchthunde untereinander nicht austauschten: Die “Longhaired Whippet Association” (LWA), gegründet 1981 und den “International Longhaired Whippet Club” (ILWC), gegründet 2001.

Mit der Zeit kamen die Züchter und Liebhaber in beiden Clubs jedoch überein, dass es Zeit war in die Zukunft zu schauen anstatt auf die Vergangenheit. Im Sommer 2016 wurden die ersten LWA x ILWC Welpen geboren.

Seit 2017 heißt die Rasse in den USA einheitlich “Windsprite”. Der ILWC hat sich umbenannt in “International Windsprite Club (IWC). Die LWA ist nicht länger aktiv.

Diesem Beispiel folgen auch manche europäischen Züchter und verwenden den Namen “Windsprite” nun zusätzlich zu “Langhaar Whippet”

Tschechien und Slowakei

Seit Anbeginn der Zucht in Tschechien und der Slowakei werden dort offiziell beide Namen, “Langhaariger Whippet” (übersetzt in die Landessprache) und “Silken Windsprite” verwendet.

Silken Windsprite oder Langhaar Whippet?

Fazit

Sind Silken Windsprite und Langhaar Whippet unterschiedliche Rassen?
Objektiv und ohne Vermutungen und Gerüchte betrachtet sind „Silken Windsprite“ und „Langhaar Whippet“ zwei Namen für den gleichen Typ Hund. Sie unterscheiden sich nicht maßgeblich in Optik und Wesen.
Und doch werden sie in verschiedenen Vereinen zum Großteil getrennt gezüchtet.

Welchen Unterschied gibt es zwischen Silken Windsprite und Silken Windhound?
Beides sind eigenständige Rassen und werden untereinander nicht gekreuzt. Die genauen Umstände sind einen eigenen Artikel wert 🙂

Wird es irgendwann einen einheitlichen Namen geben?
Spätestens bei einer möglichen internationalen Rasseanerkennung durch die FCI sollten sich die Clubs in den USA und Europa auf einen Namen einigen. Das hat also noch mindestens ein Jahrzehnt Zeit.

Schlussbemerkung

Ich habe mich bemüht diesen Artikel möglichst objektiv zu verfassen und alle Seiten zu beleuchten. Obwohl ich bekanntermaßen den Namen “Silken Windsprite” bevorzuge, kann ich durchaus andere Argumente nachvollziehen und akzeptieren.
Niemand soll sich durch diesen Artikel auf die Füße getreten fühlen. Wirklich!

… und wer sich wundert, dass ich ständig von Rauhaardackeln schreibe:
Wir lieben sie einfach! ♥


Quellen und weiterführende Links
“Some thoughts about “Long-haired” Whippets” by Charles E. Billings
AWC Statement regarding the Long Haired Whippet
A Celebration of Rare Breeds Vol. II
Best in Show by Bo Bengston
Sighthound Review

Andere Rassen:
http://www.weisse-schaeferhunde-zuchtverband.de/html/die_geschichte.html
http://www.akita.de/rasse/geschichte/endgltige-loesung-des-akita-problems.shtml
http://www.fci.be/Nomenclature/Standards/200g10-en.pdf

Genetic throwback:
https://de.wikipedia.org/wiki/Atavismus
http://www.petpom.com/throwback-pomeranians
http://www.sheltieplanet.com/miniature-shelties.php
https://www.mirror.co.uk/news/ampp3d/how-white-baby-can-born-4145688

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8 Kommentare

  • Danke an Maike für diesen Artikel.
    Wir sind froh über diese Ausarbeitung des Themas “Silken Windsprite / Longhaired Whippet “. Wir haben Neues erfahren und wir werden auf unserer Homepage einen Link zu dir erstellen um diese häufig gestellte Frage vernünftig beantworten zu können.

    2
  • Hallo Maike.
    Auch ich möchte mit folgendem niemandem auf die Füße treten.
    Ich möchte noch ein paar Aspekte zu deinem Artikel anführen.
    Nicht vernachlässigen sollte man, dass wir in Deutschland bei den von dir im Artikel erwähnten Hunden mit drei (!) verschiedenen Rassestandards arbeiten.
    Auch wenn zwei Vereine in Deutschland ihre Hunde Silken Windsprite benennen, entsprechen einige Hunde des einen Vereins z.b. hinsichtlich der Größe oder der Fellbeschaffenheit nicht dem Rassestandard des anderen Vereins, weil die Hunde des Vereins A vom Standard her betrachtet, eigentlich US-Windsprites, ohne “Silken” vorweg sind.
    Eine Zusammenarbeit, würde unbedingt voraussetzten, dass alle das gleiche Rezept, den gleichen Rassestandard benutzen.
    Eine Harmonisierung der verwendeten Rassestandards ist aber unwahrscheinlich.
    Die im Artikel angesprochenen Hunde haben zum Teil die gleichen Vorfahren, aktuell entfernen sich manche Linien voneinander.

    Noch eine Anmerkung
    “Ist das anzustreben?” fragst du im Artikel. Es kann aus genetischer Sicht durchaus von Vorteil sein, Linien separat zu führen. (Siehe auch Artikel zum Whippet im Sonderheft Zucht des Magazins “Unsere Windhunde”)

    Ich bin der Ansicht, es ist etwas komplexer als nur der reine Blick auf den Rassenamen den Eindruck erweckt.

    • Hallo Dieter,
      vielen Dank für deinen Kommentar.

      Ich stimme auf jeden Fall mit dir überein, dass dies ein sehr komplexes Thema ist und sich die Differenzen nicht alleine auf den Namen beschränken – da würde man wohlmöglich noch einen Konsens finden 🙂

      Warum sollte man nicht auch für den Rassestandard einen Konsens finden können? Es gibt tatsächlich eine ganze Menge Rassestandards für diese Hunde. Nach meiner Meinung beschreiben sie aber doch alle den gleichen Typ, wobei das beschriebene, angestrebte Idealbild naturgemäß in den meisten Punkten Spielraum für Interpretation lässt.

      Ich bin froh, dass nicht jeder Hund von der Zucht ausgeschlossen wird, der nicht ganz diesem angestrebten Ideal entspricht (z.B. Größe, Ohren, Pigment etc.) Würde man z.B. den tschechischen Rassestandard streng auslegen, müsste man mindestens 90% aller Rüden aus der Zucht nehmen; dort “dürfen” sie maximal 51 cm groß sein. Aber natürlich sind alle Deckrüden größer und trotz dieser enormen Differenz im Standard finden Zucht und Austausch mit anderen Ländern statt.

      Liebe Grüße

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  • Liebe Maike,
    vielen Dank für diesen sehr interessanten Artikel. Er hat mir tatsächlich im Punkt auf den gewissen Rüden doch etwas mehr Licht ins Dunkel gebracht. Sicher hört man diese Gerüchte immer mal an allen Ecken, doch welche Relevanz soll das nach 4 oder 5 Generationen tatsächlich noch haben? Wo in de Urgenen wohl so oder so ein Hütehund steckt. Wo hier und da in einigen Clubs auch noch Whippets mit in die Zucht genommen werden, aus für mich auch verständlichen Gründen. Am Ende wäre es der Rasse zu wünschen das sich alle menschlichen Querelen irgendwann zu Gunsten der Rasse niederlegen lassen und es damit einen Austausch aller Gene gibt was der Rasse nur nützen kann. LG Marion

    1
    • Liebe Marion,
      vielen Dank für deinen Kommentar.

      Zur seriösen Rassehundezucht gehört einfach Transparenz – mit welchen Hunden wurde wann und wie gezüchtet. Das fehlt unserer Rasse leider schon von Beginn an (niemand weiß wann und wo Wheeler welche Shelties / Barsois eingekreuzt hat, in den offiziellen Stammbäumen tauchen sie nirgends auf) und DNA-Tests gibt es auch noch nicht so lange.
      Umso wichtiger, dass heutzutage alles unabhängig kontrolliert und dokumentiert wird.

      Auf Querelen, Missgunst und dergleichen kann ich ebenfalls gut verzichten 😀

      Liebe Grüße

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