Buchempfehlung: Praxisbuch Hundezucht Werbung 

Buchempfehlung: Praxisbuch Hundezucht <span class="badge-status" style="background:#c3c3c3">Werbung</span> 

„Endlich auch mal was für Deckrüdenbesitzer“ war mein erster Gedanke, als ich von diesem Buch gehört habe. Anfang Mai ist es erschienen im Kynos-Verlag: Praxisbuch Hundezucht – der Wegweiser für Züchter und Deckrüdenbesitzer von Sabine König und Sonja Umbach.

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Auf über 300 Seiten hat dieser Ratgeber einiges zu bieten für Züchter und solche, die es werden wollen. Neben den klassischen und intensiv besprochenen Inhalten wie Begriffsbestimmungen, Zuchtzulassung, Trächtigkeit, Geburt und Welpenaufzucht hat es noch einiges mehr zu bieten wie etwa die anatomische Beurteilung beim Welpen, eine Analyse der Welpenkäufer, Tipps zur Nachzuchtkontrolle und was es mit „Sponsoring“ auf sich hat.

Dieses Buch nimmt aber tatsächlich auch die Deckrüdenbesitzer an die Hand. Nicht nur dort, wo es tatsächlich ans eingemachte, an den Deckakt an sich, geht. Von 19 Kapiteln sind mindestens 8 auch für die Rüdenbesitzer hochinteressant.

Sehr wichtige Aspekte werden angesprochen und ausführlich behandelt, wie zum Beispiel:

  • Drei Grundkriterien für Zuchthunde
  • Farbvererbung
  • Vorüberlegungen: Warum soll mein Rüde überhaupt in die Zucht und was erwarte ich mir davon
  • Zuchtstrategie des Deckrüdenbesitzers
  • Präsentation des eigenen Deckrüden
  • Aus der Praxis: Deckanfrage, Vereinbarungen, Decktaxe usw.
  • Überlegungen zum Deckvertrag
  • Alles rund um den Deckakt und mögliche Komplikationen

Das alles auch mit Beispielen, Informationene und Tipps aus der Praxis. So wird auch erklärt, was der Unterschied ist zwischen konkreten und nicht konkreten Deckanfragen oder wie man mit Deckanfragen umgeht, die man nicht annehmen möchte. Außerdem bietet es wichtige Mustervorlagen zum exklusiven Download:

  • Deckbuch (jeder Deckrüdenbesitzer muss Buch führen über die Deckakte seines Rüden)
  • Deckvertrag (ein schriftlicher Deckvertrag ist keine Voraussetzung, aber sehr zu empfehlen)

Ich hätte mir gewünscht, schon vor einigen Jahren ein Buch wie dieses zu haben. Das hätte mir damals viele Fragen beantwortet und Unsicherheiten ausgeräumt.

Praxisbuch Hundezucht
Wegweiser für Züchter und Deckrüdenbesitzer

Kynos-Verlag
328 Seiten, erschienen im Mai 2018

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Sehr spannend finde ich besonders das Kapitel „Die Zuchtstrategie des Deckrüdenbesitzers“.  Ja, auch ein Deckrüdenbesitzer macht sich Gedanken, wie er seinen Rüden sinnvoll einsetzt, welche Hündinnen er mag und welchen Typ er bevorzugt. Und natürlich lenkt er ebenfalls das Zuchtgeschehen durch gezieltes Annehmen und Ablehnen von Deckanfragen.

In diesem Kapitel wird Fragen nachgegangen wie „Warum soll mein Rüde überhaupt Decken?“„Was bringt ein Zuchteinsatz meines Rüden der Rasse?“ und ganz interessant „Wie oft soll mein Rüde decken?“.

Gerade die letzte Frage wird im Zuchtalltag häufig diskutiert und ich finde sie sehr schwer zu beantworten, besonders für eine kleine Population wie die der Silken Windsprites. Im Buch wird die offizielle Empfehlung der FCI wiedergegeben:

Kein Hund (Rüde wie Hündin!) sollte mehr als 5 % der Nachkommen einer Population innerhalb 5 Jahren zeugen.
Das ist die absolute Obergrenze.

Vor kurzem habe ich einen kleinen, inoffiziellen Zuchtreport für die Windsprites in Deutschland erstellt, der genau die Spanne von 5 Jahren (2013 – 2017) abdeckt. In dieser Zeit sind 211 Welpen geboren.
5 % davon wären also 10,55 Welpen pro Zuchthund in 5 Jahren.

Diese Zahl ist in der Praxis oft schon mit 2 Würfen überschritten, liegt doch die durchschnittliche Wurfgröße bei etwa 6 Welpen. In meinem Zuchtreport kann man die Zahlen einsehen mit allen eingesetzten Deckrüden und Zuchthündinnen.

Die Empfehlung der FCI scheint bei unserer Rasse also schwer anwendbar. Denn durch weniger Zucht würde natürlich auch die Population immer kleiner – ein Teufelskreis. Jeder Deckrüdenbesitzer und jeder Züchter ist selbst in der Verantwortung, seine Hunde mit Bedacht einzusetzen. An bloßen Zahlen wie Wurfanzahl oder Welpenanzahl kann man keine effektive Begrenzung festmachen, wie man in der Praxis beobachten kann:

Angenommen ein Rüde hat nur einen Wurf mit 9 Welpen. Davon gehen 6 Hunde in die Weiterzucht. Oder ein Rüde hat 3 Würfe mit je 2, 3 und 4 Welpen. Davon geht kein einziger Hund in die Weiterzucht. Jeweils die gleiche Welpenanzahl und doch eine ganz andere Auswirkung auf die Rassepopulation.

Als wichtige Orientierungshilfe sehe ich die Zeitabstände zwischen den Deckakten eines Rüden, wie sie ja auch die Zuchtordnung für Hündinnen vorsieht. So macht es doch einen großen Unterschied, ob ein Rüde 3 mal innerhalb eines Monats deckt, oder 3 mal innerhalb mehrerer Jahre.

Im ersten Fall kann es passieren, dass alle drei Würfe ungewöhnlich viele Welpen bringen und davon wiederum viele gleichaltrige Halbgeschwister gleichzeitig in das zuchtfähige Alter und damit in die Weiterzucht gehen. Diese Hunde konkurrieren wiederum gleichzeitig und dieselben Zuchtpartner.

Außerdem besteht die Gefahr, dass der Rüde möglicherweise einen Gendefekt vererbt. Bis der zum Vorschein kommt und man ggf. Untersuchungen und DNA-Tests unternehmen könnte, hat der Rüde schon mehrere Hündinnen gedeckt und seinen Defekt damit vielfach weitervererbt.

Lässt man zwischen den Deckakten aber etwas Zeit, mindestens 6 Monate – besser 1 1/2 – 2 Jahre, kann das einige Vorteile für die Population haben.

So ist genug Zeit um die Nachzucht zu begutachten. Sind sie alle gesund, fit und einwandfrei im Wesen, haben sie alle ein korrektes Scherengebiss entwickelt, sind bei den Rüden die Hoden abgestiegen usw.
Oder tauchen womöglich vermehrt Erkrankungen und Standardfehler auf (oftmals sieht man die nicht direkt beim kleinen Welpen). Sind außerdem Nachkommen aus diesem Wurf für die Weiterzucht vorgesehen und klappt das tatsächlich?

Erst dann kann man verantwortungsvoll entscheiden,
ob und wann der Rüde weitere Würfen haben sollte.

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und zum Schluss noch ein weiterer Grund, warum ich dieses Buch mag 🙂

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