Kratzbrett [DIY]: Spielerisch leicht Krallen kürzen

Kratzbrett [DIY]: Spielerisch leicht Krallen kürzen

Das Kratzbrett ist eine einfache und großartige Alternative zum Krallen schneiden – besonders für Hunde, die ängstlich oder aggressiv auf die Krallenschere reagieren.

Zu lange Hundekrallen sind ein Problem. Sie sind nicht nur optisch unschön, sondern können dem Hund auch echte Probleme und Schmerzen beim Laufen verursachen. Dennoch sieht man immer wieder Hunde mit viel zu langen Krallen. Doch was tun, wenn der Hund sich nicht die Krallen schneiden lässt oder nicht gerne an den Pfoten berührt werden möchte?

In einer amerikanischen Gruppe bin ich auf das „Scratchboard“, Kratzbrett, aufmerksam geworden. Das lässt sich kinderleicht mit Material aus jedem Baumarkt herstellen. Mit etwas Training lernt Dein Hund sich durch Scharren und Kratzen selbstständig die Krallen zu kürzen, komplett schmerzfrei und entspannt. Hundekrallen schneiden ohne Krallenschere, sozusagen.

Zwar bin ich sehr zufrieden mit unserer entspannten Methode zum Krallen kürzen, doch bei mehreren Hunden dauert das immer ein Weilchen. Zur Unterstützung wollte ich das Kratzbrett nur mal austesten – und bin so begeistert davon, dass es jetzt zum festen Bestandteil in der Pflege unserer Hunde geworden ist.

DIY: Kratzbrett

Fertig zu kaufen gibt es Scratchboards wohl nur in den USA. Zum Glück ist es ganz leicht, selbst eins zu bauen.

Du brauchst dafür nur drei Dinge, die es in jedem Baumarkt gibt, Kosten ca. 15 €

  • Holzbrett, z.B. Spanplatte in 10mm Stärke
    Maße ca. 40 x 60 cm
  • Schleifpapier in 80er Körnung
    (ich habe einfach ein Schleifband auseinander geschnitten)
  • Doppelseitiges Klebeband zum Fixieren

So macht Deinem Hund das Krallen kürzen Spaß!

Hier im Video kannst Du sehen, wieviel Spaß Cooper hat. Das war seine 2. Übung am Kratzbrett 🙂

Das Training zum Kratzbrett

Ist alles bereit, muss Dein Hund natürlich lernen das Kratzbrett zu benutzen. Dafür gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Du kannst ebenso variieren, ob das Kratzbrett auf dem Boden liegt, oder ob Du es lieber hochkant oder in einem schrägen Winkel halten möchtest.

Am wichtigsten ist wie immer viel Geduld und gute Laune. Mit jeder Menge Leckerlis machst Du Deinen Hund zunächst mit dem Brett vertraut, belohne sein Interesse am Brett und sorge dafür, dass er keine Angst davor hat. Belohne dann zunächst jeden Mini-Schritt in Richtung Kratzen oder Scharren. Halte die Übungen kurz und höre beim ersten kleinen Erfolg auf. Klappt es schon ganz gut, kontrolliere unbedingt zwischendurch die Krallen, um sicherzugehen, dass nicht zu viel abgefeilt wird.

Bei uns hat es so prima funktioniert:

Unsere Hunde können bereits „Pfötchen geben“, hier habe ich angesetzt und sie immer wieder animiert, mit der Pfote das Brett zu berühren. Cooper scharrt von Natur aus gerne mit beiden Vorderpfoten gleichzeitig und hat recht schnell verstanden, dass er das auf dem Brett machen soll. Auch bei Merlin hat es mit dem „Pfötchen geben“ geklappt, wenn er auch etwas verhaltener und immer nur mit einer Pfote scharrt. Calisto hat zu Beginn nicht verstanden, was er machen sollte. Dabei war er recht ungeduldig, was dann zu etwas Frust bei ihm geführt hat. Diesen Frust hat er mit beiden Vorderpfoten am Kratzbrett ausgelassen. Nach der anschließenden Leckerliparty wusste er ganz genau, warum es beim Kratzbrett geht.

Eine andere Möglichkeit zum Training:

Als Alternative kannst Du ein kleines Versteckspiel mit Deinem Hund machen. Nimm zunächst ein ausgedientes Handtuch, lege es flach auf den Boden und verstecke ein Leckerli darunter. Fängt Dein Hund an nach dem Leckerli zu „graben“ bestärke ihn mit einem Kommando (Markerwort) wie „Kratz! Kratz!“ oder ähnlichem. Klappt das gut, lege das Kratzbrett unter das Handtuch. Übe weiter, bis Du das Handtuch letztendlich entfernen kannst.

Coopers Krallen nach 3 kurzen Übungen

Die Pfotenballen haben sich auf dem Kratzbrett übrigens nicht abgeschürft, wie man oben auf dem Foto gut sehen kann. Dennoch empfehle ich während dem Training regelmäßig die Pfoten zu kontrollieren, damit die Ballen nicht in Mitleidenschaft gezogen und die Krallen nicht zu kurz werden. Wenn Dein Hund es zulässt, kannst Du zum Schluss noch mit der Handfeile oder dem Dremel etwas nacharbeiten und natürlich die Daumenkralle kürzen.

Was ist mit den Hinterpfoten?

Bei vielen Hunden sind die Krallen an den Hinterpfoten etwas pflegeleichter, sodass der Fokus zunächst auf den Vorderpfoten liegen sollte. Doch auf für die Hinterpfoten gibt es verschiedene Möglichkeiten: Manche Hunde scharren nach dem „Geschäftchen machen“ mit den Hinterpfoten. Mit etwas Geduld kannst Du dieses Verhalten auf das Kratzbrett übertragen, indem Du es immer mit einem Kommando (Markerwort) bestärkst.

Oder Du nimmst einen niedrigen Hocker, an den Du das Kratzbrett lehnst. Beim Hochklettern wird Dein Hund das Brett mit den Hinterpfoten berühren. Belohne jeden Mini-Erfolg mit Leckerlis. In diesem Youtube-Video zeigt die Hundebesitzerin, wie es richtig geht.

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